Fett gegen den Klimawandel

Die Beeinflussung des Wärmehaushalts der Erde durch den Menschen (anthropogener Klimawandel) wird vorwiegend durch Kohlenstoffdioxid (CO2) verursacht. Es gibt zwar wesentlich potentere Klimagase wie Methan (CH4) und Lachgas (N2O), aber mengen- und damit auch wirkmäßig steht CO2 ganz vorne. In Deutschland werden pro Tag, auf eine Person gerechnet, etwa 30 kg CO2 emittiert (~ 11 t/E*a). Diese Zahl berücksichtigt übrigens nicht den Konsum von Produkten, welche in anderen Ländern produziert wurden und eben dort Emissionen verursachen (ausführlicher hier), auch wenn dies nur 2-3 kg CO2 pro Einwohner und Tag ausmachen sollte.

Low carbohydrate livingBei der Lektüre des nebenstehenden Buches, welches sich mit kohlehydratarmer Ernährung beschäftigt, bin ich auf die Information gestoßen wieviel Kohlendioxid emittiert wird um 1 kcal Energie bereitzustellen. In dem Zusammenhang kam mir die Frage wieviel CO2 eigentlich durch einen Menschen pro Tag ganz natürlich ausgestossen wird. Nun, zum einen hängt dies vom Energieverbrauch ab. Bei einem angenommenen Energiebedarf von 2.000 kcal pro Tag (mehr dazu hier) und einer Emission von etwa 200 ml CO2 pro erzeugter Kilokalorie, wären dies 400 l beziehungsweise 784 g Kohlendioxid pro Tag (1 l CO2 = 1,96 g). Interessanterweise hängt die Emissionshöhe aber auch vom Treibstoff ab! Obwohl bei der Verbrennung von Kohlehydrat, Protein und Fett jeweils etwa 200 ml Sauerstoff gebraucht werden um eine kcal Energie bereitzustellen, liegen die entsprechenden CO2-Emissionen bei 200 ml, 170 ml und 140 ml. Das heißt, bei einer Umstellung auf kohlehydratarme und fettreiche Ernähung würde man seinen persönlichen CO2-Ausstoß reduzieren (mal unbeachtet der jeweiligen Emissionen aus der Nahrungsmittelproduktion).

Nun sollte man seine Ernährung nicht auf kohledydratarme Kost umstellen um gegen den Klimawandel anzukämpfen. Wie erwähnt, dem knappen Kilogramm CO2 aus der Atmung stehen 30 kg durch wirtschaftliche Aktivitäten entgegen. Jedoch kann solch eine Ernährungsweise für einen Großteil der Menschen viele Vorteile bieten. Denn im Gegensatz zum veröffentlichten Wahn einer fettarmen Ernährung, welcher die wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzen drei Jahrzehnte einfach ignoriert, sind eben nicht Fette das Problem, sondern Kohlenhydrate.
Das verlinkte Buch ist bis jetzt leider nur in Englisch verfügbar und richtet sich mit seinen detaillierten Erläuterungen auch an Ärzte und Ernährungsberater. Wer der englischen Sprache nicht mächtig ist bzw. sich nicht so detailliert einarbeiten will, könnte zum mehr anwendungsorientierten Buch “Die aktuelle Atkins-Diät” greifen, woran auch die Autoren von “Low Carbohydrate Living” mitgewirkt haben. Alternativ kann man sich einen Überblick zu diesem Ernährungsthema bei Wikipedia holen. Es sei allerdings darauf hingewiesen, dass bei der dortigen Debatte um kohlehydratarme Ernährung und bei den zitierten Studien oft ein Definitionsfehler vorliegt. Denn kohlehydratarm ist die Ernährung erst bei einer täglichen Kohlehydrat-Zufuhr von unter 65 - 50 g (von Mensch zu Mensch verschieden). Zudem können Studien mit einer geringeren Laufzeit als zwei Wochen ignoriert werden, da eine körperliche Umstellung auf kohlehydratarme Ernährung mindestens zwei Wochen in Anspruch nimmt.

Und zu allerletzt sei angemerkt, dass im Prinzip jeder selbst die Resultate der eigenen Ernährungsweise beobachten und entsprechende Änderungen vornehmen kann. Kurz gesagt, man sollte mehr auf seinen eigenen Körper hören, als auf irgendwelche Studien oder gar die Werbung der Lebensmittelindustrie.